Auktionen mit Gebotsrecht („Credits“)

Auf dem Internet gibt es unzählige Auktionsplattformen. Websites, die Versteigerungen im herkömmlichen Sinn anbieten, stellen hinsichtlich der schweizerischen Lotteriegesetzgebung kein Problem dar. Auf diesen Websites bietet man für einen bestimmten Artikel. Wird das Gebot innerhalb eines festgelegten Zeitraums nicht überboten, erwirbt der Höchstbietende den Artikel für genau denjenigen Betrag den er geboten hat. Ausschliesslich jener Bietende, der den Zuschlag erhält, leistet eine Zahlung.

Die Comlot warnt zur Vorsicht bei der Benutzung anders funktionierender Internet-Auktionsplattformen. Insbesondere Auktionen, bei denen die Benutzer Gebotsrechte (sog. Credits) kaufen müssen, um überhaupt mitbieten zu können, sind aus lotterierechtlicher Sicht problematisch. Solche Auktionen zeichnen sich dadurch aus, dass der Preis der angebotenen Artikel auf den ersten Blick weit unter dem durchschnittlichen Marktpreis zu liegen scheint, und die Bietenden für jedes abgegebene Gebot einen Credit einsetzen müssen. Sie zahlen also unabhängig davon, ob sie den Artikel letztendlich ersteigern oder nicht. Mit jedem Gebot verlängert sich die Laufzeit der Auktion und der Preis des Artikels steigt – verglichen mit dem Preis der für die zum Bieten eingesetzten Credits bezahlt werden musste – nur geringfügig. Da der Preis des Artikels anfänglich sehr niedrig ist und nur langsam steigt, bieten die Benutzer in der Regel lange mit. Letztendlich liegt der insgesamt für den Artikel bezahlte Preis oft weit über dem Marktwert desselben. In diesem System gibt es also zahlreiche Verlierer und nur einen Gewinner: nur der Höchstbietende, der den Zuschlag erhält, macht eventuell ein gutes Geschäft.

Bei einzelnen dieser Auktionen mit Gebotsrechten musste die Comlot feststellen, dass Manipulationen mithilfe sogenannter „Bots“ (Computerprogramme, die unter gewissen Bedingungen – bspw. kurz  vor Ende der Auktion – automatisch Gebote tätigen) vorgenommen wurden, was die Laufzeit der Versteigerungen künstlich verlängert hat.

Hinweis:

Auktionen der beschriebenen Art erfüllen sämtliche Elemente von lotterieähnlichen Veranstaltung gemäss Art. 43 Ziff. 2 der Verordnung zum Bundesgesetz betreffend die Lotterien und die gewerbsmässigen Wetten (Lotterieverordnung, LV) und sind damit in der Schweiz illegal. Wer in der Schweiz Auktionen dieser Art organisiert, muss damit rechnen, dass die Comlot rechtliche Schritte einleitet.

Unter der Rubrik „Meldeportal“ nimmt die Comlot Informationen über mutmassliche Verstösse gegen das Lotterierecht entgegen:

 


Für die strafrechtliche Verfolgung und Beurteilung von Widerhandlungen gegen das Lotteriegesetz sind die kantonalen Strafverfolgungsbehörden zuständig (Artikel 47 des Lotteriegesetzes). Rechtliche Einschätzungen der Comlot binden die Strafverfolgungsbehörden nicht.